Cranio (Schädel) - sacrale (Kreuzbein) Osteopathie


wurde Anfang dieses Jahrhunderts von dem amerikanischen Arzt Dr. William Garner Sutherland, einem Schüler Dr. Andrew Taylor Stills, dem Begründer der Osteopathie, entwickelt. Sutherland erkannte, dass die Knochen des Schädels auch beim Erwachsenen gegeneinander  beweglich sind (Aufnahmen mit Kernspintomographen zeigen, dass die Nähte der Schädelknochen nicht verknöchert sind).

Daraus entwickelte er eine Therapie, um Blockaden am Schädel zu lösen und das System des Liquors (=Flüssigkeit, in der Gehirn und Rückenmark schwimmen) zu beeinflussen. Ein gesunder Liquorfluss reguliert alle lebenswichtigen Körperfunktionen. Er beeinflusst das Nervensystem, Immunsystem, unsere Atmung, den Hormonhaushalt und Blutkreislauf. Der Liquor ist maßgebend für Entwicklung, Wachstum und Funktionsfähigkeit des Gehirns. Er versorgt Gehirn und Nerven mit lebenswichtigen Nährstoffen.


Im System vollzieht sich eine gewisse Druckerhöhung und -senkung. Der craniosacrale Rhythmus entsteht vermutlich durch diese Druckschwankungen und hat normalerweise eine Frequenz von 7-14 Zyklen pro Minute. Die recht unelastische ‘harte Hirnhaut’, Dura mater genannt, bildet quasi die Grenzmembran für das Cranio-Sacrale-System und umhüllt Hirn und Rückenmark. Sie ist an verschiedenen Stellen im Schädel, an Wirbeln und auch am Kreuzbein befestigt. Aus diesem Grunde pflanzt sich der Cranio-Sacral-Rhythmus über den ganzen Körper fort, ist mit Übung überall zu erspüren und so können Einschränkungen der Bewegungsfähigkeit des Systems lokalisiert werden.


Mit der sanften craniosacralen Behandlung am Bindegewebe, an den Schädelknochen und am Pulssystem der Gehirn- und Rückenmarkflüssigkeit werden die Selbstheilungskräfte angeregt. Mit spezifischen Techniken und leichter Berührung wird die natürliche Regeneration und "Heilung von innen" gefördert.

Dazu kann es sinnvoll sein, z.B. direkt am Schädel zu arbeiten, oder an Schädel und Kreuzbein gemeinsam, oder auch an weiter entfernten Stellen, wie den Fersen. Alte Traumata - beispielsweise entstanden durch Sturz, Unfall (z.B. Schleudertrauma), Schock, Operationen, Geburt - und chronische Dysfunktionen können sich spontan aus dem Zellgedächtnis lösen. Gute Ergebnisse wurden auch bei der Behandlung von Schlaflosigkeit, Migräne, Rückenbeschwerden und zahlreichen psychosomatischen Beschwerden erzielt. 

Therapieablauf

Ein ausführliches Gespräch schafft einen ersten Kontakt und bietet Möglichkeiten für alle beteiligten Personen, erste Eindrücke und Informationen auszutauschen. In bequemer Kleidung liegt der/die Patient/Patientin auf einer Therapieliege.


Zu Anfang der Behandlung wird untersucht, ob der Liquor frei fließen kann. Diese erste Diagnose erfolgt durch einfachen Händeauflegen am Kopf, entlang der Wirbelsäule und am Kreuzbein. Sie ist aber auch an anderen Körperteilen möglich, da der Rhythmus beim gesunden Menschen über Knochen, Muskeln und Bindegewebe an allen Körperregionen tastbar sein sollte.

Während der Behandlung werden die blockierten Stellen durch leichte Zug- und Druckbewegungen an den Knochen und dem Gewebe gelöst. So werden z.B. die Schädelnähte, welche die Schädelknochen miteinander verbinden, gelockert und die natürliche Bewegung wieder hergestellt. Der Liquor kann zwischen Schädelknochen und Gehirn wieder frei fließen und die z.B. bestehenden Kopfschmerzen lösen sich auf.


Anzahl und Häufigkeit der Sitzungen orientieren sich am Heilungsprozess.


Menschen jeden Alters, vom Neugeborenen bis hin zum betagten Menschen können mit craniosacraler Therapie behandelt werden.

Indikationen

  • Akute und chronische Schmerzen
  • Unfallfolgen (Schleudertraumata)
  • Sportverletzungen
  • Rheumatische Erkrankungen
  • Wirbelsäulenerkrankungen
  • Kiefergelenksproblematiken
  • Nachsorge bei zahnärtzlichen oder kieferorthopädischen Eingriffen
  • Migräne, Tinnitus
  • HNO Infekte
  • Vigor (Schwindelanfälle)
  • Depressionen und Stimmungsschwankungen
  • Stress und Prüfungsangst
  • Hormonstörungen z.B. während der Menopause
  • Ausgleich von vegetativen Ungleichgewichten
  • positiver Einfluß auf Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Nervensystemerkrankungen
  • Nachsorge bei Schlaganfall, Schädel-/Hirnverletzungen
  • Geburtsvorbereitung, und Geburtsnachsorge
  • Entwicklungsstörungen von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen
  • Asthma, Allergien und Hauterkrankungen
  • Psychosomatischen Beschwerden
  • Säuglinge mit:

Regulationsstörungen, erbrechen oder spucken nach dem Trinken, zurückbiegen oder werfen des Kopfes, Zahnungsschmerzen

  • Verdauungsprobleme

Kontraindikationen

So sanft diese Therapie auch ist, so darf sie nicht angewendet werden bei raumgreifenden Prozessen, wie z.B. einer akuten Blutung im Schädelinneren (z.B. frischer Schlaganfall, Schädelverletzung, Aneurysma) oder einer Hernienbildung an der Medulla oblongata.

 

   

Empfehle uns auf Facebook

   
© PhysioQuartett - Praxis für Physiotherapie